Rückenschmerzen, ein verspannter Nacken, schmerzende Gelenke: In meiner Praxis erlebe ich oft, dass Schmerzen mehrere Ursachen haben. Bewegungsmangel, einseitige Haltung, Überlastung und Stress spielen häufig zusammen. Die Ernährung ist kein Schmerzmittel – sie kann aber Prozesse im Körper beeinflussen, die bei manchen Schmerzen eine Rolle spielen. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt.
Schmerz, Entzündung und Stress – wie hängt das zusammen?
Eine akute Entzündung ist eigentlich etwas Gutes: Mit Rötung, Wärme, Schwellung und Schmerz repariert der Körper verletztes Gewebe. Problematisch wird es, wenn im Körper über lange Zeit eine unterschwellige Entzündungsaktivität besteht. Fachleute bringen solche «stillen» Entzündungen mit Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, chronischem Stress und einer unausgewogenen Ernährung in Verbindung – und mit verschiedenen chronischen Beschwerden.
Auch Stress wirkt direkt auf den Körper: Viele Menschen ziehen unter Druck unbewusst die Schultern hoch, schlafen schlechter und nehmen Schmerzen stärker wahr. Ernährung, Bewegung und Entspannung greifen deshalb ineinander.
Was Sie eher reduzieren sollten
- Zucker und gesüsste Getränke – übrigens auch dann, wenn ein Produkt als «glutenfrei» oder «gesund» angepriesen wird. Glutenfreie Fertigprodukte enthalten nicht selten viel Zucker und Fett. Auf Gluten verzichten müssen nur Menschen mit Zöliakie oder einer ärztlich festgestellten Unverträglichkeit.
- Stark verarbeitete Lebensmittel: Fertiggerichte, Produkte aus Weissmehl und gepökelte Fleischwaren wie Wurst, Speck oder Schinken, die mit Nitritpökelsalz haltbar gemacht werden.
- Frittiertes und stark erhitzte Fette sowie stark angebratenes oder angekohltes Fleisch, etwa vom Grill.
- Alkohol: Auch Rotwein ist kein Gesundheitsmittel, selbst wenn das gerne behauptet wird.
Was auf den Teller darf
Eine Ernährung im Stil der Mittelmeerküche wird in Studien mit einer geringeren Entzündungsaktivität in Verbindung gebracht. Konkret heisst das:
- Viel Gemüse und Früchte, möglichst bunt. Beeren, Kirschen und Aprikosen liefern zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe.
- Fetter Meerfisch wie Lachs, Hering oder Makrele – eine gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren.
- Gute Öle: Raps- und Olivenöl, dazu Leinsamen.
- Nüsse und Kerne: eine Handvoll am Tag.
- Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen.
- Kräuter und Gewürze wie Kurkuma, Ingwer und frische Kräuter, die Ihren Gerichten Geschmack geben – ohne viel Salz.
- Wasser und grüner Tee statt Süssgetränke.
Das können Sie selbst tun
- Klein anfangen: Ändern Sie pro Woche nur eine Gewohnheit, zum Beispiel ein Süssgetränk durch Wasser ersetzen.
- Die Tellerregel: Füllen Sie die Hälfte des Tellers mit Gemüse oder Salat.
- Genug trinken: Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfiehlt täglich 1 bis 2 Liter, vorzugsweise ungesüsst.
- Bewegung einbauen: Regelmässige Bewegung hält Muskeln und Gelenke geschmeidig. Wer am Bildschirm arbeitet, steht am besten jede Stunde kurz auf.
- Gewicht im Blick behalten: Ein gesundes Körpergewicht entlastet Rücken, Hüften und Knie.
- Schmerztagebuch führen: Notieren Sie ein paar Wochen lang Schmerzen, Essen, Schlaf und Stress. So erkennen Sie mögliche Zusammenhänge.
Wann ärztlicher Rat nötig ist
Schmerzen, die nach einem Unfall auftreten, stetig zunehmen, nachts nicht nachlassen oder von Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust, Taubheitsgefühlen oder Lähmungen begleitet werden, gehören in ärztliche Hände. Vermuten Sie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, lassen Sie diese abklären, statt auf eigene Faust ganze Lebensmittelgruppen wegzulassen.
Die Ernährung ist ein Baustein – oft braucht es zusätzlich Hilfe von aussen. In meiner Praxis biete ich eine Schmerztherapie an, eine Druckpunkt-Behandlung nach Liebscher & Bracht. Bitte beachten Sie, dass diese nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Wenn Sie wissen möchten, ob die Behandlung für Ihre Beschwerden in Frage kommt, schreiben Sie mir gerne über das Kontaktformular.




